Was ist die EOR?

EUROPA-ORIENT-RALLYE…..was ist das?

Die tollkühnen Menschen in ihren klapprigen Kisten – Eines der letzten automobilen Abenteuer dieser Welt

Die Europa-Orient-Rallye ist eine der wichtigsten und gleichzeitig die verrückteste Motorsportveranstaltungen für Hobby-Rallyefahrer. 

Nicht teure Rallye Rennwagen, die sich nur Werksteams oder Millionäre leisten können, sondern nur alte Fahrzeuge, die weniger als 999,99 Euro kosten und Motorräder, die nur 99 Cent pro ccm kosten dürfen, kommen zum Einsatz. 

Es ist also Rallyesport in der Urform. 

Die ‘Low Budget Rallye” wurde von Wilfried Gehr vor fünfzehn Jahren als Allgäu Orient Rallye gegründet. Dies, um Menschen, die sich die Teilnahme an Profi-Rallyes wie der Paris-Dakar oder Schicki Micki Rallyes wie der Mille Migla nie leisten können, den faszinierenden Rallyesport zu ermöglichen.

Neben den Bestimmungen zu den eigentlich schrottreifen Fahrzeugen, gelten für die Rallye Teilnehmer folgende harte Regeln: 

  • keine Autobahnen, 
  • keine Mautstraßen, 
  • kein GPS, nur Landkarten und Kompass, 
  • Übernachtung nur im Auto, im Zelt oder in Hotels, die weniger als 11,11 Euro kosten. 

Gefahren wird in Teams.

Bis zum Beginn des Syrien Krieges führte die Rallye immer vom Allgäu nach Jordanien. Seit dem Krieg in Syrien mussten andere Rallye Ziele gewählt werden. So waren Baku in Azerbaijan, Mersin & Dalyan in der Türkei schon Ausweichziele. In den Jahren 2016 bis 2018 konnte Jordanien über Israel und die Fähre erreicht werden. 2018 startete die Europa-Orient-Rallye in Straßburg. 2019 war der Start bei der Bundesgartenschau in Heilbronn. Dann ging es über den ganzen Balkan zur Sultan Ahmet Moschee nach Istanbul. Danach nach Asien durch die gesamte Türkei über Ankara, Samsun, Rise, nach Georgien. Die Einreise in den Iran wurde trotz festen Zusagen kurzfristig versagt, weil sich die politische Lage verändert hatte. Dafür gab es in Georgien eine fantastische Rallye Etappe. Von dort ging es wieder in die Türkei nach Van, Göbelklitepe, Gaziantep, Mersin. Die Finaletappen fanden dann auf der Original Zypern Rallyestrecke in Nordzypern statt.

2020 startet die Rallye in der Stadt, in der das Automobil erfunden wurde, in der Europa und Automobilstadt MANNHEIM. Die Strecke führt wieder über den Balkan nach Istanbul, dann durch die Türkei nach Mersin. Von dort aus geht es mit einer Fähre nach Israel. Geplante Ziele dort sind Haifa, der See Genezareth, Tel Aviv, Jerusalem. Auch Abstecher ins palestinensische Bethlehem und nach Jericho sind geplant. Die, wie die Jordanier versprechen, längste, schönste und härteste Wüstenetappen finden dann zum Abschluss in Jordaniens Wüsten statt. Petra und das Tote Meer, wo dann die Siegerehrung stattfindet, stehen auch auf dem Plan.

Für den Rallyestart im Jahr 2021 hat sich eine weitere Autostadt, nämlich Wolfsburg, beworben.

Die Rallyemacher legen immer Wert darauf, politisch neutral zu sein und ihre Hauptziele der Rallye, die Völkerverständigung und den Spaß zu erfüllen. Vielleicht ist dies das Erfolgsrezept der Rallye. Hier ist es möglich, dass Menschen aller Nationen und aller Glauben zusammen Rallye fahren und Freunde werden. Dies klappt sogar im Organisationskomitee. Dort arbeiten Muslime, Christen, Juden und nicht Gläubige seit Jahren eng zusammen für eine gute Sache und ein bisschen mehr Frieden und Verständnis auf der Welt.

So nebenbei macht die Rallye auch noch soziale Projekte, die sich sehen lassen können.

Die Rallyefahrzeuge bleiben (meist ziemlich fertig gefahren) im Zielland. In den ersten Jahren der Rallye könnten diese versteigert werden und so von den Partnern der Rallye im Gastland recht ansehnliche Beträge für soziale Zwecke im Gastland erzielt werden. Dies geht aufgrund von politischen Veränderungen und hohen Einfuhrsteuern weltweit in kaum einem Land mehr. Daher müssen alle Rallyemacher froh sein, wenn wenigstens vom Verschrotter noch ein kleiner Beitrag für sozial Projekte rüber kommt.

Aufgrund der sich ständig ändernden politischen Situationen im nahen und mittleren Osten und am Persischen Golf werden die Rallyemacher oft spontan vor neue Situationen gestellt und müssen, so wie die Teilnehmer, sehr flexibel sein. Einmal begann der Syrienkrieg wâhrend die Rallye dort hin unterwegs war, einmal konnte sich ein Land nicht an Absprachen der Botschafter erinnern und hat die Einreise verweigert. Aber es wurden immer Lösungen gefunden.
Auch das für 2020 ursprünglich geplante Ziel, die Vereinigte Emirate, musste gecancelt werden, weil wegen der Situation im Golf der Fâhrbetrieb vom Iran nach Dubai nicht gesichert ist.